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17.03.20
Arbeitsrecht

Kurzarbeitergeld bei Arbeitsausfall wegen des Coronavirus

Mittlerweile betrifft das Coronavirus nicht mehr nur die Gesundheit der Menschen, sondern wirkt sich zusätzlich auch auf die Wirtschaft aus. Aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen und der Begrenzung der Öffnungszeiten von Gaststätten, Restaurants und Cafés kommt es zu teils massiven Umsatzeinbußen bei den Unternehmern. Doch nicht nur die Gaststätten sind von den Auswirkungen des Virus betroffen. Auch die Metall- und Elektroindustrie befürchten, dass das Coronavirus zu drastischen wirtschaftlichen Einbußen führen wird.

Um die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft abzufedern, haben Arbeitgeber die Möglichkeit Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen. Mit Kurzarbeit können Betriebe Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie wirtschaftlich überbrücken. Das Kurzarbeitergeld kann Entgeltausfall aufgrund von Kurzarbeit in einem Betrieb ausgleichen.

Der Arbeitsausfall ist zunächst schriftlich innerhalb des Kalendermonats, in dem die Kurzarbeit beginnen soll, bei der Arbeitsagentur anzuzeigen. Der Versand der Anzeige kann per E-Mail an die Arbeitsagentur erfolgen.

Dort wird dann das Vorliegen der Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld geprüft. Es wird bei Erfüllung der in §§ 95 bis 109 SGB III genannten Voraussetzungen gewährt, wenn ein Betrieb die regelmäßige betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorrübergehend verkürzt wird.

Das Kurzarbeitergeld ist dazu bestimmt,

den Betrieben die eingearbeiteten Arbeitnehmer/-innen und

den Arbeitnehmern/-innen die Arbeitsplätze zu erhalten sowie

den Arbeitnehmern/-innen einen Teil des durch die Kurzarbeit bedingten Lohnausfalles zu ersetzen.

Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung. Es ersetzt grundsätzlich rund 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt Kurzarbeitergeld für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten. Die Bundesregierung kann die Bezugsdauer jedoch per Rechtsverordnung auf bis zu 24 Monate verlängern.

Die Sozialversicherungsbeiträge werden für das Arbeitsentgelt, das während der Kurzarbeit verdient wird weiterhin grundsätzlich hälftig vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Für die Arbeitszeit, die durch die Kurzarbeit entfällt, reduzieren sich die Sozialversicherungsbeiträge auf 80 Prozent. Die Bundesagentur wird die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent den Arbeitgebern erstatten. Das Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, es wirkt sich aber auf den Steuersatz aus, dem das übrige Einkommen unterliegt. Arbeitnehmer/-innen müssen das Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung angeben. Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld sind steuerpflichtig.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne persönlich.